Gruppenname: Napaltjarri
Sprachgruppe: Warlpiri
Region: Amunturngu (Mt.Liebig)
Dreaming: Wasserschlange, Zeremonien der Frauen
Ngoia Pollard Napaltjarri wurde ungefähr 1948 in Haasts Bluff geboren.
Der Ort liegt im Northern Territory Zentralaustaliens, westlich von Alice Springs.
Sie wuchs in Haasts Bluff auf und erinnert sich noch daran, als die Menschen Kamele
als Fortbewegungsmittel einsetzten. Es war auch die Zeit, in der die Frauen und Mädchen
noch die Ziegenherden beaufsichtigen mussten. Nach Aussage von Ngoia Pollard war es
eine glückliche Zeit für sie. Sie besuchte anschließend in Papunya die Schule und
arbeitete dort in der Missionsküche. Eine ihrer Klassenkameradinnen war die sehr
bekannte Künstlerin Liliy Kelly Napangardi. Ngoia heiratete dann Jack Tjampitjinpa
Pollard und sie zogen zusammen nach Kintore und 5 Jahre später weiter zum Mount
Liebig (heute: Amundurngu Außenstation). Zu dieser Zeit war die Gegend, die etwa
50 Kilometer westlich von Haasts Bluff liegt, unbewohnt. Es war eine der vielen
Außenstationen, die von den Menschen aus Papunya in den 70er Jahren gegründet
worden waren. Ngoia und ihr Mann lebten in einem Erdloch und erhielten Essenrationen
von Papunya. Diese Nahrung ergänzten sie durch die Jagd. Ngoia und Jack hatten fünf Kinder.
Ihr Mann starb dann 1988 und zwanzig Jahre später lebte sie immer noch am Mount Liebig.
Ihre Karriere als Künstlerin entwickelte sich über die Jahre. Zunächst assistierte sie
ihrem Mann, der bis zu seinem Tod mit den Künstlern von Papunya Tula zusammenarbeitete.
1997 wagte sie den Schritt und fing an unabhängig zu malen. Der Erfolg ließ nicht lange
auf sich warten und 2004 gewann sie den ersten großen Preis in einem Wettbewerb für
Zentralaustralische Malerei. Dieser Wettbewerb wurde von der am meisten gelesenen
Zeitung der Region ausgeschrieben, dem "Centralian Advocate". Nur zwei Jahre später
verlieh man ihr den 23. "National Aboriginal & Torres Strait Islander Art Award".
Sie erhielt $ 40.000 für den 1. Platz. Das Gemälde "Swamps west of Nyrripi" hatte
die Jury begeistert. Nach diesen Erfolgen gelangten ihre Arbeiten in zahlreiche
Sammlungen, so führt zum Beispiel die "National Gallery of Austalia" einige ihrer Werke.
Abgesehen davon wurden Solo-Ausstellungen in Privatgallerien in Perth und Sydney gezeigt.
Die Künstler aus der Western Desert malen häufig bestimmte Dreamings oder Geschichten für
die sie persönliche Verantwortung oder Rechte haben. Viele von Ngoia Pollards Arbeiten
beziehen sich auf die Region von Yamunturrngu oder nord-westlich von Amunturngu
(Mount Liebig). Ihr Vater jagte oft in dieser Gegend. Dies ist das heilige Land ihrer
Ahnen. Zur Beschreibung des Landes wählt sie die Vogelperspektive. Die ovalen Formen
in ihren Gemälden sind die ikonographischen Darstellungen der Sümpfe und Flüsse in der
Nähe von Nyrripi (Talarada). Die Punkte stehen für das verdunstende Wasser und die Linien
für Spalten im trockenen Boden. Die Aborigines erzählen, dass in dieser Region die
Wasserschlange unter der Oberfläche lebt und Ngoia beschreibt diese Landschaft als
gefährlich. Ihre bevorzugten Farben sind schwarz, weiß und braun. Rote Farbe verwendet
sie manchmal um die ovalen Formen zu betonen. Ngoia Pollard hat die Verpflichtung das
Gebiet zu verwalten und ist auch am North Territory Land Council (Verwaltungsrat) tätig,
für den sie oft per Helikopter unterwegs ist.


